Finstermünz »Remember Me«

AKC-Treffen in Pfunds, Tirol

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In den nächsten zwei Jahren wird die Kraftwerksausleitung in der Finstermünzschlucht des Inn fertiggestellt. Der Alpine Kayak Club trauert um eine der gewaltigsten Wildwasserstrecken der Alpen und feiert die »Finstermünzer« mit einer Massenbefahrung. Eindrücke vom AKC-Treffen am 25. und 26. Juni 2016 in Pfunds.

TrustedPaddler
Diplom-Geograph, fester Autor fürs KANU-Magazin, Südosteuropa-Spezialist, Kajakreiseveranstalter und vor allem seit 25 Jahren so oft es geht im Boot. Der Genuss auf dem Wasser zu sein, gemeinsam mit alten und neuen Freunden, darüber zu schreiben, sich connecten. Love it! Für alles weitere .

»Verhindern können wir das Kraftwerk nicht mehr. Wenigstens wollen wir die Finstermünzer in guter Erinnerung behalten«, fasst AKC-Präsident Michael Motz die Motivation hinter »Remember Me« zusammen. 35 Mitglieder des vielleicht bekanntesten Wildwasser-Clubs Europa kommen zum AKC-Treffen auf dem Camping Via Claudiasee bei Pfunds zusammen. Auf dem Programm dieses letzten Juni-Wochenendes stehen die Strecken des gut schmelzwasserführenden Inn: Brail, Giarsun, Schulser, Martina.

AKC-Treffen Finstermünzer Schlucht

Quelle: Alpiner Kayak Club

Und natürlich die Finstermünzer. 25 Boote werden am Schweizer Zollamt Martina von den Autos gewuchtet. Wuchtig ist auch der Fluss – zum üblichen Kraftwerksauslass auf Schweizer Seite addiert sich der massive Schmelzwasserabfluss, der auch die darüberliegende – meist abgeleitete – Martinastrecke zum Leben erweckt.

Kurz nach dem Einstieg wird die Damm-Baustelle passiert. Bis zum Jahr 2018 sollen Damm, Stollen und Kraftwerk in Betrieb gehen. Der Inn wird dann über gut zweieinhalb Kilometer angestaut, bis zu 75 Kubik werden ins Rohr gepresst und am zu erweiternden Kraftwerk Prutz/Ried rückgeleitet. Das Gemeinschaftskraftwerk Innist zusagen das fehlende Stück der Kraftwerkskette, die dann von der Schanf-Schlucht im Oberengadin bis nach Imst reichen wird. Die meiste Zeit im Jahr gelangt das Innwasser nur noch auf dem kurzen Zwischenstück von Prutz bis Fliess (Wehranlage Runserau) ins natürliche Flussbett. Damit wird auch – zumindest den größten Teil des Sommers –der Raft-Betrieb auf der Tösner Schlucht Geschichte sein.

Die Bauarbeiten an der Wehranlage Ovella sind zwar in vollem Gange, doch noch können die Paddler den künftigen Damm gefahrlos passieren. Lediglich der Warnung vor Sprengarbeiten sollte man auch schon in naher Zukunft Aufmerksamkeit schenken …

AKC-Treffen Finstermünzer Schlucht

Quelle: Alpiner Kayak Club

Die Finstermünzer zeigt sich – von den Bauarbeiten am Wehr – in alter Schönheit. Wie es sich für Ende Juni gehört, schiebt der Inn mit fetten Wellen und Brechern durch die Kernstellen in Schluchtmitte. In der ersten der beiden schwersten Stromschnellen hängt auf Höhe des großen Felsens aktuell rechts ein Baum unter Wasser. Dieser war allerdings praktisch nicht zu erkennen bei so viel Wasser und stellt keine Gefahr dar, solange man im Boot sitzt. Schwimmen ist aber auch ohne Baum keine gute Idee!

AKC-Treffen

Quelle: Alpiner Kayak Club

Das Auspaddeln an der Burg Finstermünz vorbei ist nur noch Formsache. Zügig und mit einigen Spielwellen garniert schiebt der Inn zum Campingplatz. Wird auch höchste Zeit: Brail und Giarsun warten im Schweizer Oberlauf. Es bleiben nur wenige Wochenenden, um den Inn in voller Pracht zu erleben. Schon ab Ende Juli fließt das meiste Wasser wieder im Rohr durchs Engadin.

1 Kommentar

  1. AKC-Treffen Finstermünzer Schlucht
    Jürgen Prijonvor 3 Jahren

    Sehr schade, bin die Finstermützerschlucht vor 30 Jahren gepaddelt und war begeistert.

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Finstermünz »Remember Me«

In den nächsten zwei Jahren wird die Kraftwerksausleitung in der Finstermünzschlucht des Inn fertiggestellt. Der Alpine Kayak Club trauert um eine der gewaltigsten Wildwasserstrecken der Alpen und feiert die »Finstermünzer« mit einer Massenbefahrung. Eindrücke vom AKC-Treffen am 25. und 26. Juni 2016 in Pfunds.